10c im Finale des European Money Quiz


 

Am 10. Mai 2022 konnten Schülerinnen und Schüler aus 29 Ländern aus ganz Europa ihre Konkurrenten beim Finale des European Money Quiz herausfordern, darunter auch zwei Schüler der 10c des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die sich durch den Sieg beim deutschen Finale des Quiz dafür qualifiziert hatten. Auf Grund der Pandemie fand das Finale, das in englischer Sprache abgehalten wurden, online statt und nicht, wie in den Jahren vorher, live in der europäischen „Hauptstadt“ Brüssel, dem Sitz der EU-Kommission.

Zu Beginn der etwa 1,5 stündigen Veranstaltung begrüßte der CEO der European Banking Federation, Wim Mijs, die Teilnehmer*innen und erläuterte den Sinn des Money Quiz für Jugendliche. Anschließend unterstrich, live zugeschaltet, Mairead McGuinness – EU Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktunion – in Ihrem Grußwort die enorme Bedeutung wirtschafts-wissenschaftlicher Bildung. Besonders für Jugendliche ist es ihr zufolge im Umfeld von hoher Inflation, niedriger Zinsen, aber auch umfassender finanzwirtschaftlicher Digitalisierung äußerst wichtig, bereits frühzeitig Wissen aufzubauen, um später auch komplexere wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen.

Das Quiz fand, wie auch schon das deutsche Finale, auf der online-Plattform „Kahoot“ statt. Die Jugendlichen mussten 20 Fragen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Online-Betrug, Finanzplanung sowie Kryptowährungen beantworten. Deutschland wurde dabei durch Marius Braun und Marlon Pohl vom Geschwister-Scholl-Gymnasium glänzend vertreten. Mentale Unterstützung leistete ihr Lehrer Sebastian Bretzner. Mit einer super Leistung konnten die beiden 10. Klässler 19 von den 20 Fragen richtig beantworten und erreichten damit Platz 6. Nur ganz wenige Punkte fehlten zum Sprung in die Top 5, die an die Vertreter*innen der Länder aus Norwegen, Italien, Irland, Serbien und Malta gingen. Diese Topplatzierten gewannen neben einem Sachpreis auch eine besondere, zweitägige Reise nach Brüssel, bei dem der Europäische Bankenverband für ein spannendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm sorgte.

Schnell legte sich bei Marius und Marlon die erste Enttäuschung, dass sie „nur“ Sechster geworden waren und damit nur um Haaresbreite an diesem tollen Preis vorbei geschrammt waren, denn über ihr tolles Abschneiden können sie sehr stolz sein, was auch ihre Lehrer des Faches Wirtschaft und Recht bestätigten.

10c des GSG siegt beim deutschen Finale des European Money Quiz


 

Am 22. März 2022 hat die Klasse 10 C des Geschwister-Scholl Gymnasiums mit ihrem Lehrer Sebastian Bretzner, im Rahmen des Wirtschaft- und Rechtsunterrichts, am deutschen Finale des European Money Quiz teilgenommen, das der Bundesverband deutscher Banken e.V. veranstaltet hat. Der Wettbewerb wurde im online-Format aus Berlin gestreamt und über die Lernplattform „Kahoot“ ausgetragen. Dabei mussten die teilnehmenden Teams 20 Fragen aus dem wirtschafts- und finanzwissenschaftliche Bereich richtig und möglichst schnell beantworten.

30 Klassen aus dem gesamten deutschen Bundesgebiet haben sich dieser Aufgabe gestellt. Überraschend schnell konnten sich die Röthenbacher Gymnasiast*innen durch eine äußerst effektive Teamarbeit auf den ersten Platz hocharbeiten und die Spitze dann auch gegen alle anderen Teams bis zum Ende verteidigen. Alle Fragen wurden von den Zehntklässler*innen richtig beantwortet, was den überlegenen Sieg bei diesem Quiz bedeutete. Bei der anschließend Siegerehrung war die Freunde der Schüler*innen sehr groß, als sie erfuhren, dass sie mit dem Sieg auch ein Preisgeld in Höhe von 1500 € für die Klassenkasse gewonnen haben. Zudem hat sich die 10 c damit für das europäische Finale des European Money Quiz am 10. Mai qualifiziert. Hierbei werden zwei Schüler die Klasse vertreten und gegen die Siegerteams aus den 30 teilnehmenden Ländern teilnehmen.

Bericht: Sarah Ender, Emely Heyn (beide 10c)

 

Outdoorsport am GSG – Schüler organisieren fünftägige Bike and Hike Tour


 

Als wir im Herbst 2020 anfingen, unsere fünftägige Bike and Hike Tour im Rahmen des P-Seminars „Outdoorsport“ am GSG Röthenbach zu planen, konnte sich noch keiner vorstellen, dass wir einen Herbst später tatsächlich losfahren würden.

Zu Beginn des Schuljahres 2020/21 teilten wir uns in kleinere Arbeitsgruppen auf. Während die einen die Route in die Wildschönau planten, schrieben andere die Packliste, suchten Wanderungen heraus, organisierten Unterkünfte und Zugfahrten und setzten sich mit Navigationsmöglichkeiten auseinander.

Am 18.09.2021 um 7:35 Uhr war es dann endlich so weit. Drei Schülerinnen, elf Schüler, Seminarleiter Armin Braun und eine Sportlehrerin saßen samt 16 Fahrrädern und Rucksäcken in der Regionalbahn nach München und weiter nach Holzkirchen, dem Startpunkt der ersten Etappe. Unser Weg führte über den Schliersee in die Jugendherberge nach Kreuth am Tegernsee. Das Zusammenwachsen der Gruppe und die Gewöhnung an das Fahrradfahren mit Rucksack standen dabei im Vordergrund. Trotzdem zeigte der Tacho 52 km und 700 Höhenmeter an. Die zweite Etappe brachte uns von Kreuth über die Grenze nach Kramsach in Österreich. Nach einem sonnigen Picknick an einem Gebirgsbach und einem kleinen extra Berganstieg kurz vor Schluss, standen auch an diesem Tag knapp 56 km und 740 Höhenmeter auf dem Tacho. Daraufhin wurde das abendliche Stretching zur Entspannung der Muskulatur eingeführt. Am dritten Tag kam die anspruchsvollste Etappe auf uns zu. Zwei Stunden sollte es bei einer ordentlichen Steigung permanent bergauf gehen, bis wir die Wildschönau, unseren Zielort, erreichten. Stolze 1200 Höhenmeter konnten wir alle meistern. Von Hubert, jedem noch bestens aus dem Skilager bekannt, wurden wir herzlich empfangen.

Gemeinsam beschlossen wir, dass wir uns einen Regenerationstag verdient hatten und planten für den folgenden Tag eine Wanderung zum Kragenjoch. Die auf dem Rückweg gelegene Sommerrodelbahn ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Zum Abschluss wartete noch eine besondere Anstrengung auf uns. Zunächst galt es, 1100 Höhenmeter mit dem Fahrrad und anschließend die restlichen 500 Höhenmeter zu Fuß zu bewältigen, um den großen Beil auf 2310 m zu erreichen. Erschöpft, aber glücklich genossen wir die lange Abfahrt und die spontane Hütteneinkehr. Am 23.09.2021 ging es mit dem Zug leider schon wieder zurück nach Nürnberg.

Alles in allem war es ein sehr gelungenes Projekt. Jeder musste irgendwann seine Komfortzone verlassen, über seine Grenzen hinausgehen und die ein oder andere Blessur davontragen. Doch genau das machte die Tour aus und brachte uns auch als Gruppe voran. Vielen Dank an Armin Braun und die Schulleitung, die uns ein solches Projekt ermöglicht hatten.

Hier sehen Sie ein kurzes Video unserer spannenden Tour!

Emilie Elsner, Hannah Ender und Ronja Linhard

Bundestagswahl 2021: Auch das GSG hat gewählt


 

Drei Tage vor der offiziellen Bundestagswahl hatten die Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, ebenfalls ihre Stimme innerhalb der sog. ‚Juniorwahl‘, einem Planspiel, bei dem die Bundestagswahl detailgetreu nachgestellt wird, abzugeben.

Auf spielerische Weise konnten die Heranwachsenden erlernen, wie eine Wahl bzw. der Wahlgang an sich abläuft. Ziel ist es, dass die Jugendlichen sich leichter zurecht finden, wenn sie das Wahlalter (18) erreicht haben und an den offiziellen Wahlen teilnehmen dürfen. Schließlich besteht dann bereits eine gewisse Routine. Darüber hinaus geht es aber natürlich auch darum, demokratische Gepflogenheiten einzuüben, sich mit den zur Wahl stehenden Parteien auseinanderzusetzen und schlichtweg Spaß an der Sache zu entwickeln.

Organisiert und durchgeführt wurde die Wahl von sechs Schülern (Anna Richter, Lisa Schramm, Marlon Pohl und Vincent Hoyer aus der 10c sowie Florentina Grund und Valerie Barth (beide Q11)) unter der Anleitung von StR Ralf Schlichte.

Die meisten Zweitstimmen konnten die Grünen (29,8 %) auf sich vereinen. Auf den Plätzen 2 bis 4 landeten die FDP (22,6 %), die SPD (12,9 %) und die CSU (11,3 %). Das Direktmandat für den Wahlkreis 246 hätte – ginge es nur nach den Schülern des GSG – ebenfalls der Kandidat der Grünen (Felix Erbe) errungen.

 

Europäischer Wettbewerb Kunst: Digital EU- and YOU?


 

Pandemiebedingt war dieses Schuljahr besonders geprägt von der digitalen Lebenswelt.  Zwischen Distanzunterricht und Kommunikation über Chats und Messenger Dienste bot der Computer bei eingeschränktem Freizeitangebot in der „realen Welt“  auch manchmal eine Flucht in virtuelle Welten.

Der diesjährige Europäische Kunstwettbewerb stellte eine Gelegenheit dar, die digitale Lebenswelt in unterschiedlichen Themenstellungen kreativ und kritisch im Kunstunterricht zu beleuchten..

Die Klassen der 7. Jahrgangsstufe setzten sich künstlerisch mit Fake News und Lügengeschichten auseinander, und zwar ganz analog mit Stift oder Pinsel. Der Bogen wurde gespannt von den alten, aber immer noch witzigen Lügengeschichten des Barons von Münchhausen bis hin zur  Frage, wie die sozialen Medien unsere Kommunikation verändert haben.

Die Preisträgerinnen und Preisträger, deren Bilder von der Landesjury ausgewählt wurden, sind Adelina Iordache, Leonhard Preller, Lara Riedel, Mariella Ulbricht und Dilara Yilmaz, alle aus der Jahrgangsstufe 7. Für Adelina Iordache und Lara Riedel ging es sogar noch weiter: ihre Arbeiten wurden bis auf Bundesebene weitergeleitet.

Wir freuen uns, dass die erfolgreiche Teilnahme am großen, traditionseichen Europäischen Wettbewerb,  trotz der etwas erschwerten Bedingungen,  auch dieses Jahr gelungen ist, und gratulieren unseren kreativen Siegerinnen und Siegern ganz herzlich zu ihrem Erfolg!

C.Korn

 

P-Seminar Jugend und Politik – Mit Politikern im Gespräch


 

Meinungsvielfalt in der Demokratie

Das Coronavirus stellt momentan weltweit Menschen vor eine Herausforderung, sei es privat oder geschäftlich. Doch auch die Demokratie hat mit der Coronakrise zu kämpfen, da die Politiker bei Entscheidungen, wie zu Beispiel der Impfdebatte, abwägen müssen, welche gesellschaftlichen Gruppen zuerst geimpft werden sollten und damit die Folgen für Geimpfte und Nichtgeimpfte verantworten müssen.

Dass zu diesen Themen eine Vielzahl von Meinungen existiert, lässt sich täglich in den Nachrichten und Talkshows sehen. Nicht immer überwiegen die Akzeptanz anderer Standpunkte und vernünftige Argumentationen, dies zeigt sich an der steigenden Anzahl von Anhängern von Verschwörungstheorien oder sogar an Ausschreitungen bei Demonstrationen, wie sie schon mehrfach in Deutschland und in anderen europäischen Ländern vorgekommen sind.

Jedoch ist der Meinungspluralismus eine der Grundideen der Demokratie und damit ausschlaggebend dafür, dass unsere Gesellschaft funktioniert.

Im Rahmen des diesjährigen P-Seminars „Jugend und Politik“, im Fach Sozialkunde unter Leitung von Frau Seeger, das unter dem Thema „Meinungsfreiheit“ und „Meinungsvielfalt“ stand, haben wir uns in der Qualifikationsphase damit beschäftigt, wie man Jugendlichen das politische Geschehen näherbringen kann. Unser Projekt sollte es den jüngeren Schülern, mithilfe von Workshops und einer Podiumsdiskussion, ursprünglich ermöglichen, sich selbst in den Bereich Politik einzuarbeiten. Beides war aufgrund der aktuellen Lage leider nicht möglich, weshalb wir uns daraufhin entschlossen haben, einzelne Politiker online zu interviewen. Hierbei haben wir darauf geachtet, möglichst alle Parteien einzubinden, die im Bundestag und im bayerischen Landtag vertreten sind, da es in einer Demokratie, wie sie Deutschland ist, wichtig ist, die verschiedensten Ansichten zu unterschiedlichen Themen zuzulassen und sich damit auseinanderzusetzen. Folgende Politiker wurden von uns befragt:

 

 

 

 

 

– Herr Staatsminister Joachim Herrmann von der CSU (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Frau Verena Osgyan von den GRÜNEN (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Frau Gabi Schmidt von den „Freien Wähler Bayerns“ (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Frau Alexandra Hirsemann von der SPD (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Herr Ferdinand Mang von der AFD (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Herr Matthias Fischbach von der FDP (Fragen zum Interview)

 

 

 

 

 

– Herr Harald Weinberg von DIE LINKE (Fragen zum Interview)

 

Auch wenn es anfangs schwer war, sich auf Themen zu einigen und passende Fragen an die Politiker zu finden, lässt sich abschließend sagen, dass wir trotz großer Nervosität und hoher Anspannung informative und interessante Interviews zustande gebracht haben. Wir alle waren uns nach den geführten Interviews einig, dass auch Politiker nur Menschen sind und dass man sich gar nicht so große Sorgen hätte machen müssen. Sich mit Politikern aus höheren Positionen zusammenzusetzen, war für uns alle eine neue aber weiterbringende Erfahrung.

Wir wünschen allen Websitebesuchern viel Spaß mit den Interviews und laden alle Schüler und Sozialkundelehrkräfte dazu ein, sich auch im Unterricht mit unseren Videos zu beschäftigen!

Das P-Seminar Jugend und Politik 2019/21

P-Seminar „Weimar“: Auf den Spuren deutscher Dichter und Denker…


 

Ob Goethe, Schiller, Wieland, Liszt oder Bach: schon vor Jahrunderten zog es Künstler, Philosophen, Schriftsteller und Musiker in die Kulturstadt Weimar. Aus diesem Grund ist die in Thüringen gelegene Stadt auch heute noch ein beliebtes Reiseziel für Touristen und Kulturliebhaber. 

Das P-Seminar Deutsch beschäftigte sich unter Leitung von Frau Bretzner mit dem Planen und Organisieren einer mehrtägigen Studienfahrt nach Weimar, die wir 2020 antreten wollten. Das Programm stand fest, die ersten Buchungen waren gemacht – als die Corona-Pandemie uns einen Strich durch die Rechnung machte und wir im Sommer 2020 mit der Tatsache konfrontiert waren, dass die Studienfahrt in dieser Art und Weise nicht stattfinden konnte. Überzeugt davon, dass unsere bisherigen Bemühungen nicht umsonst gewesen sein sollten, beschlossen wir, unser Vorhaben einem Tagesausflug anzupassen. Wir stornierten das Hotel, buchten den Bus um und kürzten das Programm, sodass wir uns am 25. September 2020 um 6.30 Uhr zusammen mit Frau Bretzner und Frau Rösl auf den Weg in die Kulturstadt im Herzen Thüringens machen konnten.

In unserer Planung und Organisation gestalteten wir in den Wochen zuvor kleine Stadtspaziergänge, auf deren Wegen wir an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeikamen.

Im Programm einer Studienreise nach Weimar durften natürlich nicht die beiden wohl bekanntesten Dichter und Denker der Stadt fehlen: Goethe und Schiller. Auf dem Platz vor dem Theater steht das berühmte Goethe-Schiller-Denkmal. Goethe und Schiller blicken nebeneinanderstehend in die Ferne. Das Denkmal drückt die Freundschaft der beiden Dichter aus – eine Freundschaft auf Augenhöhe, das hebt das Denkmal hervor. Denn beide Dichter sind in gleicher Körpergröße dargestellt, um die literarische Ebenbürtigkeit zu betonen – eigentlich war Goethe ca. 10 cm kleinen als Schiller.

Betritt man die unweit des Theaterplatzes gelegenen Wohnhäuser von Goethe und Schiller, die unterschiedlicher kaum sein könnten, lernt man viel über das Leben der beiden, die Freundschaft, die sie verbunden hat, und ihre literarische Arbeit.

Das Spazieren durch die kleinen Straßen und Gassen Weimars oder durch den Park an der Ilm bietet eine schöne Abwechslung und erlaubt es, eine andere Seite der belebten Stadt kennenzulernen.

Geprägt wurde Weimar insbesondere durch die Herzogin Anna Amalia und ihren Sohn Carl August. Beide waren der Kultur sehr verbunden und holten viele der großen Dichter und Denker der damaligen Zeit in die kleine Stadt an der Ilm. Ein Besuch der nach der Herzogin benannten Anna-Amalia-Bibliothek mit dem beeindruckenden Rokokosaal durfte daher natürlich auf dem Programm auch nicht fehlen. Um den Tag in Weimar bestmöglich zu nutzen und einen vielfältigen Eindruck zu gewinnen, gab es die Gelegenheit in kleinen Gruppen die Stadt zu erkunden. Eine Gruppe nahm an einer Führung durch die Bibliothek teil, während eine andere Gruppe sich im Weimarhaus besonders mit der aufregenden Geschichte der Stadt vertraut machte und eine weitere Gruppe im neuen Bauhaus-Museum Einblick in die Kunst und Architektur des berühmten Bauhauses nahm.

Wir konnten einerseits tolle Eindrücke und Impressionen vom heutigen Weimar gewinnen, andererseits aber auch ein Gefühl davon bekommen, wie es damals wohl in der Stadt gewesen sein musste, als Goethe mit der Kutsche zu einer der vielen geselligen Tafelrunden bei Herzogin Anna Amalia durch die Stadt fuhr, oder als er sich auf den Weg zu seinem Freund Schiller machte. Die immense Vielseitigkeit der Stadt beeindruckte uns. Weimar prägte nicht nur die deutsche Geschichte und Literaturgeschichte, sondern auch die Musik und Kunst in vielfältiger Weise.

In den Wochen nach der Studienfahrt stellten wir eine Projekt-Mappe zusammen, in der wir eine Checkliste sowie wichtige Unterlagen sammelten und der Fachschaft Deutsch zur Verfügung stellten, damit diese Fahrt vielleicht auch in zukünftigen Jahren stattfinden, oder sogar fest im Fahrtenprogramm etabliert werden kann. Für uns war die Studienfahrt eine kulturelle Bereicherung und wir würden uns wünschen, dass viele Schülerinnen und Schüler auf den Spuren der großen deutschen Dichter und Denker die Kulturstadt Weimar erleben können.

 

von: Rosalie Späth, Q12

Eröffnung der Ausstellung „13 Führerscheine – dreizehn jüdische Schicksale“


 

80 Jahre lang lagen die blass-grauen, von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Führerscheine unbeachtet in einem Aktenordner im Lichtenfelser Landratsamt. 2017 begaben sich Schülerinnen und Schüler des Meranier Gymnasiums auf eine spannende Spurensuche. Das Resultat: Eine preisgekrönte Ausstellung, die international mediale Beachtung gefunden hat. Sie wird zur Zeit ins Englische übersetzt und geht dann nach Amerika und Argentinien.

Als das P-Seminar Geschichte des Meranier Gymnasiums Lichtenfels unter der Leitung von Studiendirektor Manfred Brösamle-Lambrecht mit dem Projekt begann, wussten weder Schüler/innen noch ihr Lehrer, worauf sie sich da einlassen würden.  Im Zuge der anstehenden Digitalisierung hatte man im Februar 2017 im Keller des Landratsamtes Lichtenfels einen alten Umschlag gefunden, der dreizehn konfiszierte Führerscheine enthielt, die man jüdischstämmigen fränkischen Mitbürgern nach der Pogromnacht 1938 abgenommen hatte. Kurzerhand entschloss Landrat Christian Meißner, dass die Biographien dieser dreizehn Menschen von den Schülerinnen und Schülern des hiesigen Gymnasiums aufgearbeitet werden sollten. „Ich dachte, dass wir das Schicksal der einzelnen Führerscheinbesitzer rekonstruieren und ihr Leben dann einfach auf einem großen Plakat festhalten“, erinnert sich eine ehemalige Abiturientin, die mit drei weiteren Teilnehmern des P-Seminars nach Röthenbach ans GSG gekommen war, um den Neuntklässlern ihr vielbeachtetes Projekt vorzustellen. Dass daraus weit mehr werden sollte, damit hatte zunächst niemand gerechnet. Die anfängliche Google-Suche avancierte zur aufwändigen Forschungsarbeit in Datenbanken und internationalen Archiven. Die noch lebenden Verwandten wurden über Facebook und per E-Mails kontaktiert und es konnte sogar noch eine Zeitzeugin interviewt werden.

Fünf Menschen wurden ermordet, acht gelang die Flucht

Eine Oberstufenschülerin hatte das Leben von Leo Banemann nachverfolgt, der im April 1939 mit einem der letzten Schiffe nach Kuba und von dort zu seiner Schwester in die USA fliehen konnte. Bei „find a grave“, einer Onlinedatenbank für Friedhöfe und Grabstätten, stieß sie auf sein Grab, er verstarb im Oktober 1963 in Baltimore. Andere Recherchen führten nach Buenos Aires. Dort konnte die Enkelin von Jenny Kraus ausfindig gemacht werden, die ebenfalls alle Hebel in Bewegung setzte, um an der bewegenden Ausstellungseröffnung in Lichtenfels teilzunehmen, in der den Nachfahren die Führerscheine ihrer Familienangehörigen überreicht wurden. Andere Nachkommen wurden in Israel gefunden. Doch nicht allen Führerscheinbesitzern gelang die Flucht. Fünf jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden von den Nazis nicht nur diskriminiert und schikaniert, sondern auch ermordet. Zwei davon waren Alfred Oppenheimer und Leo Wolf aus dem Landkreis Lichtenfels, der vermutlich im Vernichtungslager Sobibor umgebracht wurde, nachdem er im April 1942 deportiert worden war.

 „Jetzt hatten wir Namen“

 „Alle wissen, dass Juden in den Konzentrationslagern ermordet wurden, aber jetzt hatten wir Namen. Das waren dann der Alfred, der Leo oder die Anni, die getötet wurden., meinte eine Abiturientin des P-Seminars. 14 Tage lang hatten auch die Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Gelegenheit wertvolle Erinnerungsarbeit zu leisten. Mit den millionenfach Verfolgten, Entrechteten und Ermordeten verbinden nun auch die Röthenbacher Scholl-Schüler ein Gesicht.

 

 

Spekulation mit Blick auf die Umwelt – toller Erfolg beim „Planspiel Börse“


 

RÖTHENBACH — Jasmin, Philipp, Okan und Jakob sitzen im Café der Schwarzlichtfabrik in Nürnberg und ihre Wangen glühen vor Aufregung. Und vor Farbe, die das Schwarzlicht reflektiert. Gleich erhalten sie vom Leiter der Abteilung Direct Banking der Sparkasse Nürnberg, Thomas Feneberg, ihre Urkunde als Siegerteam des „Planspiels Börse“ in der Region Nürnberg. Die vier Zehntklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Röthenbach haben den Nachhaltigkeitswettbewerb des Planspiels 2019 gewonnen.

Unter dem Gruppennamen „Herr Bretzner wäre stolz“ beschließen sie im September 2019, unterstützt von ihrem Wirtschaftslehrer Sebastian Bretzner, das fiktive Startguthaben in Höhe von 50 000 Euro in Aktien von Unternehmen, die im Planspiel als „nachhaltig“ gelistet werden, anzulegen. „Wer beim Thema Nachhaltigkeit gewinnen will, darf nur in ein einziges Börsenunternehmen investieren, das nicht nachhaltig ist. Alle anderen müssen zum Beispiel Umweltprojekte finanzieren“, sagt Okan. Er hat den größten Teil der Recherche übernommen.

Handeln per Online-App

 „Wir hatten zehn Wochen Zeit und haben in der Online-App des Planspiels 100 Aktien zur Auswahl bekommen. Erst haben wir uns über die Firmen informiert und uns dann für Adidas, die Münchner Versicherung, das Mode-Unternehmen Kering und Google – als das nicht nachhaltige Unternehmen – entschieden“, erzählt Okan. Die vier Freunde würden 2020 als Elftklässler gerne noch einmal zu Junganlegern werden. Dass das Spiel nicht allzu viel mit der Realität zu tun hat, wissen sie. „Wenn man nur über drei Monate Geld anlegt, ohne sich gut auszukennen, ist das Ergebnis Glücksache“, sagt Jakob.

Das Glück war auf der Seite von „Herr Bretzner wäre stolz“. Nach zehn Wochen verzeichneten sie einen Ertrag von rund 1900 Euro und belegten damit in Sachen Nachhaltigkeit im Vergleich zu 157 weiteren Gruppen den ersten Platz in der Region. Unter den 5742 teilnehmenden Gruppen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit in Bayern landeten die vier Nachwuchs-Börsianer auf dem 63. Platz. Darüber, dass das Thema Nachhaltigkeit relevant ist, sind sie sich einig. „Die Umwelt wird immer wichtiger. Man muss sich heute überlegen, was brauchen wir eigentlich für die Zukunft?“, sagt Jasmin.

Wann kauft man eigentlich Aktien?

 Die 15-Jährige ist das zurückhaltende Mitglied der Gruppe. Sie wartet lieber, bis sie an der Reihe ist, während die drei Jungen auf jede Frage gleichzeitig antworten wollen. So viel Aufmerksamkeit ist ungewohnt und sie sind stolz auf ihre Urkunde und die 300 Euro Belohnung für alle zusammen. Der erste Platz war ihr großer Wunsch, aber auch ohne Preisverleihung hätten sie aus dem Planspiel einen Nutzen gezogen. „Ich habe vorher nicht gewusst, dass man Aktien nur zu bestimmten Tageszeiten kaufen kann und Gebühren zahlen muss. Adidas fällt normalerweise am Abend, aber wenn man den Kauf zu spät anmeldet, bezahlt man sie morgens, wenn sie teuer sind“, sagt Philipp. „Interessant war auch, was riskante und was sichere Anlage-Methoden sind und welche Firmen stabil bleiben. Diese Praxis war spannender, als im Unterricht Arbeitsblätter auszufüllen“, sagt Okan.

Ob sie mit ihrem Gehalt später einmal in Aktien investieren, wissen die vier noch nicht. „Wenn, dann müssen es gute Firmen sein, die keine Waffen verkaufen oder in anderen Ländern Wasser abpumpen“, sagt Jakob und die anderen nicken. Die vier im Alter von 15 und 16 Jahren haben sich ein hintergründiges Wissen über den Aktienhandel erarbeitet. „Wer an der Börse handelt, darf nicht vergessen, dass er damit Arbeitsplätze beeinflusst“, sagt Philipp.

Gerade sind „Herr Bretzner wäre stolz“ wieder am Diskutieren, als die Leiterin des Planspiels Börse in Nürnberg, Christine Feidel, das Siegerteam aus Röthenbach aufruft. Der Lehrer kommt auch mit nach vorne und beobachtet seine glücklichen Schüler beim Empfang ihrer Urkunde. Er wäre nicht nur, sondern er ist stolz auf sie.

Bericht und Bilder: Andrea Beck, Redaktion Pegnitz Zeitung